Historische Rekonstruktion von Küstenlinien und Flussverläufen

Durch einen Vergleich der klimatischen Situation unter Berücksichtigung möglichst vieler Parameter (Pollenanalyse, Bodentyp, Sedimentierung, Meeresspiegelschwankungen, Leithorizonte zu Hochenergieereignissen wie Tsunamis und Stürmen) mit den archaischen Siedlungsstrukturen seit dem Holozän lassen sich ehemalige Küstenlinien und sich verändernde Flussläufe samt ihrer Siedlungen rekonstruieren und aus den Fundsystematiken gezielt nach weiteren Artefakten suchen.

Die Methodologie stellt in der Erforschung des Flussverlaufs auch ein Werkzeug im Auffinden von untergegangenen Orten (Wüstungen) dar.

Fließgeschwindigkeitsprofile entlang des Flussverlaufs dienen der Bestimmung der Objekt-Ablagerungs-/Anschwemmungsmöglichkeit rezenter Flüsse, wobei die Fund-Häufigkeit archäologischer Artefakte ein Maß für die Übereinstimmung von historischen Abschnitten liefert.

Am Beispiel römischer Burgi entlang der Donau und des Rheins lassen sich so wegen der definierten Abstände untereinander bei Kenntnis der Fussschleifen neue Verteidigungsanlagen auffinden.

Weitere Beispiele finden sich in der Rekonstruktion von Paläo-Tsunamis in Küstenregionen.

Durch die Rekonstruktion möglicher Land-Wasserverteilung im Küstenbereich lassen sich Anomalien aus Satellitendaten, die auf bauliche Strukturen hindeuten, zeitlich zuordnen, noch bevor man eine geophysikalische oder grabungstechnische Erkundung einleitet. Aus der Rekonstruktion lässt sich beispielsweise der Platz des Leuchtfeuers finden, noch bevor Indizien dafür vorliegen, einfach weil es zu einer bestimmten Siedlungszeit der beste Platz dafür gewesen wäre, von dem man heute nichts mehr visuell erkennen kann.

 

 

 

 

Ingenieurbüro für Geophysik und Historische Erkundung